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Reisemedizin

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Reiseberatung

Unser besonderes Interesse gilt der Reisemedizin. Wir sind Beide ausgebildete Reisemediziner und dazu selbst begeisterte Reisende und wissen aus eigenen Erfahrungen, worauf besonders geachtet werden sollte.

Unsere reisemedizinische Beratung umfasst daher folgende Bereiche:

  • Individuelle Informationen zu Reiseländern und Reisekrankheiten

  • Aushändigung von extra zusammengestellten medizinischem Infomaterial zu wichtigen Themen

  • Detaillierte Erstellung eines Impfplanes anhand Ihres Reiseprofils und Zeitplans

  • Malaria-Beratung sowie ausführliche Tipps zum Insektenschutz

  • Beratung zu Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene

  • Spezielle reisemedizinische Beratung für Langzeitreisende, Backbacker und Weltreisepläne

  • Beratung bei Reisen mit Vorerkrankungen, z.B. zu Thromboserisiko und Medikamentenmanagement

Der Beratungstermin zur Ihrer Reise sollte idealer Weise mindestens 6-8 Wochen vor Abreise vereinbaren, aber auch Kurzentschlossene können oft noch ausreichend vorbereitet werden.

Für Langzeitreisen in Dengue-Fieber Risikogebiete oder bei bestimmten Vorerkrankungen, die diese neue Impfung in Frage kommen lassen, benötigen wir mindestens 3 Monate Vorlauf.

Unser Fragenbogen für Ihren Beratungstermin:

Reiseimpfungen

Die Überprüfung des Impfschutzes, individuelle Beratung zu notwendigen Reiseimpfungen und Durchführung der Impfungen anhand des festgelegten Impfplans ist ein Kernelement der Reisemedizin.

Bei Reiseimpfungen zahlt der Patient zunächst den Impfstoff und die Behandlung durch den Arzt selbst und rechnet später mit der Krankenkasse ab. Die allermeisten Krankenkassen erstatten diese Kosten. Informationen zu Ihrer Krankenkasse finden Sie hier: www.crm.de/krankenkassen bzw. hier: http://www.reisemed-experten.de/krankenkassen

Für folgende reisemedizinisch wichtigen Erkrankungen stehen Impfungen bei uns zur Verfügung:

Dengue ist eine von Tigermücken übertragene Viruserkrankung, die in den Tropen und Subtropen vorkommt und sich global ausbreitet. Die Infektion äußert sich oftmals als akute fiebrige Erkrankung, kann sich aber auch zu einer Krankheit mit potenziell tödlichen Komplikationen entwickeln. Seit 2023 steht erstmals eine Impfung für Reisende zur Verfügung. Es handelt sich um einen rekombinanten, abgeschwächten Lebendimpfstoff, der gegen alle vier Serotypen des Dengue-Virus gerichtet ist. Die Impfung wird 2 Mal im Abstand von 3 Monaten gegeben.

Dies ist eine klassische Reise-Erkrankung. Das Erreger-Virus wird vor allem bei schlechten hygienischen Bedingungen durch kontaminierte Lebensmittel übertragen,  und spielt schon im Mittelmehrraum eine Rolle. Eine Impfung ist bis kurz vor Abreise möglich, die notwendige 2. Impfung für den Langzeitschutz (bis zu 30 Jahre) sollte 6 Monate nach der 1. Impfung erfolgen.

Diese Viruserkrankung kann durch Blut- und/oder Sexualkontakte übertragen werden. Bei längeren Reisen in Gebiete mit hohem Risiko für eine Infektion und bei engen Kontakten zu Einheimischen wird diese Impfung empfohlen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Injektionen innerhalb von 6 Monaten. Es gibt auch ein "Last-Minute-Impfschema" spätestens drei Wochen vor Abreise. Der Langzeitschutz hält mindestens 10 Jahre vor.

Diese durch Salmonellen ausgelöste, hochfieberhafte Erkrankung ist in vielen Ländern weltweit verbreitet. Die Impfung ist vor allem bei einfachen Reisebedingungen und Langzeitreisen empfohlen. Es gibt die Impfung als Schluck- oder Injektionsimpfung.

Diese sehr gefährliche Erkrankung wird durch infizierten Speichel oder Bissverletzungen übertragen, sowohl durch Landtiere wie Hunde als auch häufig durch Fledermäuse. Einmal ausgebrochen verläuft sie zu 100% tödlich. Die Impfung ist bei längeren Aufenthalten in Ländern mit Tollwut-infizierten Tieren oder bei schlechter medizinischer Versorgung im Reiseland sinnvoll. Das Impfschema umfasst 2-3 Impfungen.

Meningokokken sind Bakterien, die eine Gehirnhautentzündung und/oder Blutvergiftung verursachen können. Es gibt regelmäßig schwere Verläufe, die trotz einer schnellen Behandlung, innerhalb weniger Stunden zum Tod oder bleibenden Schädigungen führen können.

Es stehen verschiedene Totimpfstoffe gegen einzelne Untergruppen der Bakterien zur Verfügung. Die Auswahl der Impfung richtet sich nach dem Reiseland.

Bei der Einreise nach Saudi Arabien im Rahmen der Hadsch (Wallfahrt nach Mekka und Medina) ist eine Impfung mit dem 4-fach Impfstoff Pflicht!

Bei der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) handelt es sich um eine durch Zeckenstiche übertragene Viruserkrankung.

Bei Aufenthalt in entsprechenden Risikogebieten (Jena ist übrigens auch Risikogebiet) ist die Impfung angezeigt. Ein Ansteckungsrisiko besteht sobald die Temperaturen über 10°C ansteigen. Infektionen können also nicht nur im Frühjahr und Sommer auftreten.

Das Risiko dieser ebenfalls viral bedingten Gehirnentzündung ist erhöht, wenn man sich in bestimmten, gefährdeten Gebieten Südostasiens aufhalten will. Die Infektion erfolgt durch nachtaktive Stechmücken. Geimpft wird dreimal mit einem Totimpfstoff. Nach der dritten Impfung hält die voraussichtliche Schutzdauer bis zu 10 Jahre an.

Eine Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen führen kann. Die Impfung haben die meisten bereits im Kindes- und Jugendalter erhalten. Gelegentlich ist eine Auffrischung nötig. Der Schutz hält zehn Jahre an.and bestehen. Bei der Rückkehr aus bestimmten Gebieten kann eine Impfpflicht für die Einreise nach Deutschland bestehen.

Diese, durch schwere Durchfälle charakterisierte Erkrankung, ist bakteriell bedingt. Eine Impfung wird besonders bei Abenteuerreisen oder Hilfseinsätzen unter eingeschränkten hygienischen Bedingungen empfohlen. Sie schützt aber auch zu einem hohen Prozentsatz gegen den sog. Reisedurchfall. Daher ist sie auch bei bestimmten Grunderkrankungen zu erwägen. Geimpft wird mit einem Totimpfstoff in zwei Impfdosen im Abstand von mindestens einer und maximal sechs Wochen. Der Impfschutz beginnt acht Tage nach der Impfung und besteht für ungefähr zwei Jahre.

Die Influenza ist die häufigste impfpräventable Infektionskrankheit auf Fernreisen. Ein Impfschutz ist daher nicht nur für Reisende mit Risikofaktoren sondern generell sinnvoll.

Der richtige Zeitpunkt für eine Impfung ist

  • zwischen Oktober und April bei Reisen auf der nördlichen Hemisphäre.

  • zwischen April und Oktober bei Reisen auf der südlichen Hemisphäre.

  • ganzjährig bei Reisen in die Tropen (zwischen den Wendekreisen).

  • Da sich das Virus stetig verändert, sind jährlich erneute Impfungen mit dem angepassten Impfstoff notwendig.

Insektenschutz

Zum Schutz vor Mückenstichen sind die folgenden Maßnahmen sinnvoll:

  • Einreiben oder Einsprühen der Haut mit Repellenzien. Die beste Wirksamkeit hat DEET in einer Konzentration von 30% bis 50% (z.B. Nobite Hautspray®) und Präparate mit Icaridin 20 – 30% (z.B. Nobite Sensitive®).

  • Tragen Sie möglichst lange, helle Kleidung und Socken, die über die Fußknöchel reichen.

  • Imprägnieren der Kleidung einschließlich der Socken mit Permethrin (z.B. Nobite Kleidung®). Einige Hersteller bieten auch dauerhaft imprägnierte Kleidung an.

  • Duschen vor dem Schlafen entfernt den für Mücken attraktiven menschlichen Schweiß.

  • Wenn möglich schlafen Sie in Räumen, die mit Klimaanlage ausgerüstet sind oder unter einem mit Permethrin imprägnierten Moskitonetz.

Unser Handout mit detalierten Informationen und Tipps für Sie finden Sie hier.

Nahrungsmittel­hygiene und Trinkwasser­aufbereitung

Die wichtigste Grundregel auf Reisen lautet: Boil it, peel it, cook it or forget it !
  • Kein Leitungswasser trinken, auch keine Zähne damit putzen!

  • Auf verstecktes Leitungswasser achten: in Eiswürfeln, Speiseeis, Salaten und frischen Fruchtsäften.

  • Gemüse und Obst sollte geschält oder gekocht sein, alle Lebensmittel ausreichend erhitzen

  • Händewaschen vor und nach dem Essen, ggf. desinfizieren

  • „Street-food“ meiden, außer es wurde frisch heiß zubereitet, wie z.B. in Thailands Garküchen

  • Unbedingt Fliegen von Nahrungsmitteln fernhalten

  • Tee und Kaffee sind in der Regel unbedenklich, ebenso Bier und Wein

  • Zum Waschen reicht das Wasser aus der Leitung oder einem Brunnen aus. Eine besondere Behandlung ist dafür nicht erforderlich.

Unser Handout mit detalierten Informationen und Tipps für Sie finden Sie hier.

Die eigene Wasseraufbereitung schafft Sicherheit und vermeidet viel Müll im Reiseland. Wir empfehlen folgende Varianten:

Mikrofilter aus Keramik, Glasfaser oder Hohlfasern weisen eine Porengröße von 0,1-0,2 μm, wodurch sowohl Protozoen (1μm–2mm) als auch Bakterien (0,5–5μm) entfernt werden. Gegen Viren (0,025–0,3μm) sind solche Filter teilweise wirksam. Zusätzliche Aktivkohlefilter können auch Toxine und Chemikalien aus dem Wasser entfernen.

Empfehlung für Einzelpersonen:

  • Integrierte Filter in Trinkflaschen (das „Water-to-go“ Konzept, z.B. Katadyn Befree® oder Grayl GeoPress®)

Empfehlung für Familien und Gruppen:

  • Pumpfiltersysteme, teils an Wasserhähne anschließbar, z.B. Katadyn Combi Filter® oder MSR MiniWorks EX®

  • Schwerkraftfilter in unterschiedlichen Größen, z.B. Katadyn BeFree Gravity®

  • Die Desinfektion findet mittels UVC-Strahlung statt, wie z.B. mit dem SteriPEN®. Ein reletiv geringes Gewicht Gewicht und kurze Anwendungsdauer sprechen für diese Methode.

  • Wirksam gegen alle Krankheitserreger, man benötigt allerding ausreichend Batterien (Wechsel je nach Batterietyp ca. alle 50–150 l) und das Wasser sollte klar sein.

  • Unsere Empfehlung zur Mitnahme als Notfallvariante, da sehr leicht und günstig.

  • Chlorbasierte Desinfektionsmittel, z.B. Aquamira® oder Micropur® forte

  • Jod- und silberhaltige Produkte sind nicht geeignet bzw. schädlich

  • Effektiv gegen alle trinkwasserrelevanten Bakterien und Viren, eingeschränkte Wirksamkeit gegen Protozoen und Wurmeier

  • Einwirkzeit beachten! Bei Kälte verlängert sich diese nochmals.

  • Teils unangenehmer Geschmack das Wasser.

  • älteste und sehr effektive Maßnahme zur Wasserdesinfektion

Empfohlen werden dabei folgende Abkochzeiten:

  • 5 Minuten auf Meereshöhe bei einem Siedepunkt von 100 °Celsius

  • 20 Minuten auf 4000 Metern Höhe bei einem Siedepunkt von 86,8 °Celsius

  • Pro 1000 Meter Höhe nimmt der Siedepunkt des Wassers um 3,3 °Celsius ab, entsprechend länger müssen Sie Ihr Wasser abkochen (um jeweils 3,75 Minuten länger pro 1000 Höhenmeter).

Reiserückkehrer-Check

Besonders nach Reisen in Tropengebiete ist ein Reiserückkehrer-Check sinnvoll. Bei Beschwerdefreiheit empfehlen wir einen vorsorglichen Check nach 4 Wochen.

Dieser Check besteht aus:

  • Körperliche Untersuchung

  • Ggf. Blut-, Urin- oder Stuhluntersuchung

  • Ggf. Ultraschall-Diagnostik

  • Ggf. fällige Nachimpfungen

Bei Beschwerden nach einer Reise sollten sie uns natürlich ohne Zeitverzögerung aufsuchen.

Reisetipps

Eine sinnvolle Grundausstattung auf Reisen empfehlen wir so:

  • Verbandsmaterial (sterile Mullbinden, Pflaster, Kompressen)

  • Elastische Binden (8 und 10 cm), Dreiecktuch

  • Fieberthermometer, Schere, Pinzette, Zeckenzange, Handschuhe

  • Wund-Desinfektionsmittel, Kortisoncreme, Insekten- und Sonnenschutz, Augen- und Ohrentropfen

  • Fieber-und Schmerzmittel, Erbrechen- und Durchfallmedikamente; ggf. Malariamittel

  • Nicht vergessen: Medikamente, die regelmäßig genommen werden müssen, evtl. Ersatzbrille

Bei speziellen Reisebedingungen, wie z.B. Tauchen, Hochgebirgs- oder Tropenreisen und Langzeitaufenthalten ist eine entsprechende Erweiterung nach ausführlicher Beratung erforderlich.

Transportieren Sie wichtige Notfall- und Dauermedikamente  grundsätzlich zur Hälfte im Handgepäck.

Informationen zu Leistungen und  Kostenübernahme Ihrer Krankenkasse finden Sie unter: www.crm.de/krankenkassen und http://www.reisemed-experten.de/krankenkassen

Durch langes Sitzen im Flugzeug, Auto oder Zug wächst das Risiko für eine Venenthrombose.

Mit diesen einfachen Basismaßnahmen können Sie eine Thromboseentstehung vorbeugen.

  • Achten sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr

  • Laufen sie mind. alle 2h für 10min umher, z.B. im Gang oder bei einer Fahrpause

  • Machen sie einfache Übungen zur Aktivierung der Venen-Muskel-Pumpe in den Beinen wie z. B. Fußwippen oder Kreisen, ziehen sie die Schuhe aus und vermeiden enge Kleidung

  • Vermeiden Sie es möglichst, länger im Sitzen mit angewinkelten oder übereinandergeschlagenen Beinen zu verweilen

  • Vermeiden sie Alkoholkonsum

Bei einem individuell erhöhtem Thromboserisiko (z.B. Schwangerschaft, frühere Thrombosen, Krampfadern, starke Adipositas, o.Ä.) kommen Kompressionsstrümpfe oder Medikamente zur erweiterten Prophylaxe in Frage. Wir besprechen dies mit Ihnen bei der Reiseberatung.